
Peljesac, Korcula, Lastovo und Mljet sowie das Gebiet um Dubrovnik und Cavtat sind die südlichsten Tauchzonen der Adria in Kroatien. Dieses Gebiet ist spezifisch wegen der besonderen Sauberkeit des Meeres (offene Südadria) unx seiner großen Tiefen mit relativ wenig Tauchlokalitäten, die sich hauptsächlich unmittelbar an den Inselküsten befinden. Zwischen Lastovo und Mljet gibt es einen ganzen Archipel aus kleinen Inseln, Riffen und Felsen (Vrhovnjaci). Das Gebiet ist reich an Fischen und man kann in dieser Unterwasserwelt einzelne Fischarten fotografieren und filmen, denen man im nördlichen Teil der Adria seltener begegnet (Brauner Zackenbarsch (Serran), Languste). In den vergangenen fünf Jahren hat die Meereserwärmung dazu geführt, dass sich in der Unterwasserwelt von Mljet jetzt beschleunigt Populationen tropischer Fischarten (Papageifische) entwickeln, und es ist anzunehmen, dass sich dieser "Trend" fortsetzt. Wegen der Unerforschtheit dieses Gebietes stehen Mljet und Lastovo unter dem Sonderschutz des Kultusministeriums, so dass das Tauchen ausschließlich in der Organisation lizenzierter Tauchzentren möglich ist, die über eine Genehmigung für Unterwasseraktivitäten verfügen.
Korcula und Mljet bieten einige attraktive Unterwasserhöhlen an. Im Gebiet um Mljet befindet sich das größte Unterwasserriff aus Steinkorallen im Mittelmeer (in der Nähe des Inselchens Glavat und im Großen See auf Mljet). An der Südseite der Insel Mljet gibt es einige interessante Lokalitäten mit ausgesprochen guter Sicht und verschiedenartiger Unterwasserkonfiguration des Terrains: Rt Korizmeni Rat und das Inselchen gehören zu den attraktivsten an der Südwestküste, dann die steilen Wände der Lokalität Zapetrali, des Weiteren Rt Lenga und die Inseln Vanji Skoj und Nutarnji Skoj. Ein besonderes Erlebnis ist das Tauchen in der Lokalität der Odysseus-Höhle, die einen breiten Eingang mit Kieselsteinen auf dem Grund des Eingangs hat, sowie einen übersichtlichen Innenraum, in dem große Felsteile vom eingestürzten Gewölbe liegen. Vor der Höhle gibt es eine attraktive Wand voller Fische und Langusten.
Direkt an der Peljesac-Küste liegt in einer idealen Tiefe das Wrack des deutschen Torpedo-Bootes S-57, eines der attraktivsten in der Adria. Dieses mit Torpedos bewaffnete Schnellboot gehörte zur Spitzenklasse der damaligen Schiffstechnologie, hatte eine starke Konstruktion und ein geringes Gewicht, was ihm außerordentliche Schnelligkeit verlieh. Es verunglückte im August 1944 bei einer Rettungsaktion, der Suche nach überlebenden Seeleuten eines deutschen Konvois, der von britischen Torpedobooten angegriffen und vernichtet worden war. In dieser von den deutschen Kommandeuren als Operation HAMMER bezeichnete Aktion wurden die Schiffe Vega und Dora zerstört, die Waffen und medizinisches Material aus Ploce nach Dubrovnik transportierten sowie die Landungsboote, die den Konvoi begleiteten, und die heute kieloben in dem seichten Wasser des Küstengürtels liegen. Der Öltanker Helga schaffte es, beschädigt nach Korcula zurückzukehren und Angaben über den Angriff nach Dubrovnik zu melden. Am folgenden Tag liefen 5 deutsche Torpedoboote aus der Basis in Mokosici aus, um nach Überlebenden der deutschen Marine an der Küste der Halbinsel Peljesac zu suchen. Als die britischen Schiffe diese deutschen Rettungsschiffe wieder angriffen, wurde die S-57 beschädigt und manövrierunfähig. Nach vergeblichen Versuchen, an der nahen Küste auf Grund zu laufen, entschloss sich der Kommandant der S-57 zur Vernichtung des Schiffes, um nicht in alliierte Gefangenschaft zu geraten, und versenkte es durch Sprengung direkt vor der Peljesac-Küste. Zwei Mannschaftsmitglieder kamen bei diesem Angriff um und neun wurden verletzt. Heute liegt das Wrack in einer idealen Tauchtiefe von 20 bis 37 Meter. Bei der für gewöhnlich guten Sicht kann man in den 25 Tauchminuten dieses noch immer bewaffnete Kriegsschiff besichtigen. Eine besondere Attraktion ist das zweirohrige Flugabwehrgeschütz auf dem Heck, das sich noch in seinem Lager bewegen lässt, obgleich es bereits seit 50 Jahren im Meer liegt. Es ist möglich, dass sich in seinen Rohren noch ungezündete Munition befindet. Munition gibt es auch in den Rahmen, die sich noch immer auf dem Geschütz befinden. Auf dem Deck liegen zwei Torpedos und zwei befinden sich in den Torpedorohren im Heckteil. In seinem Inneren trifft man häufig auf den Großen Drachenkopf, den Braunen Zackenbarsch, den Meeraal und Fischschwärme, die sich in unmittelbarer Nähe des Wracks aufhalten. Dies ist eines der schönsten und für Aufnahmen attraktivsten Wracks in der Adria.
Das Wrack des auf Grund gelaufenen Schiffes Boka liegt in unmittelbarer Nähe der Peljesac-Küste, einige deutsche Landungsboote gibt es östlich von Zuljana sowie Lokalitäten mittelalterlicher Schiffbrüche (Peljesac, Korcula).
Lastovo ist eine Insel mit steilen und noch immer wilden Küsten von außerordentlicher Schönheit und kristallklarem Meer. Taucher, die die Perspektive der freien Levitation an tiefen Meeresklippen genießen, werden hier voll auf ihre Kosten kommen, und tiefe Einschnitte an den Südküsten der Insel entdecken. Die Höhlen der südwestlichen Küste Korculas (drei Höhlen auf nur 300 Meter Küste am Rt Kljuc) und das Inselchen Bijelac (mit unterseeischem Durchgang unter der Insel durch) an der nordwestlichen Seite Lastovos werden als die attraktivsten Lokalitäten betrachtet. Gerade wegen der Klarheit des Meeres kann man hier in ruhigen Sommertagen die besten Ambienteaufnahmen unter Wasser machen, so dass dieses ganze Gebiet um Lastovo, Korcula und Mljet Zonen sind, die immer häufiger von erfahrenen Tauchern, die Unterwasseraufnahmen machen, besucht werden.
Bei Dubrovnik gibt es einige Wracks, attraktive Wände im Elaphitischen Archipel, und hier und da noch eine Kolonie von roten Korallen. In der Zone um Cavtat stehen einige Lokalitäten von Schiffbrüchen aus der Antike unter Schutz (Fundstätten von Amphoren und Pithosen - Getreidebehältern). Lokale Tauchzentren erfüllen alle Vorbedingungen für das Organisieren von Tauchausflügen zu diesen Lokalitäten, aber die meisten Gäste im Dubrovniker Gebiet sind verkehrsmäßig an die Fluglinien (Cilipi) gebunden. Eben wegen dieser Verkehrsverbindungen befindet sich dieses Gebiet noch immer in der Entwicklung und es ist zu erwarten, dass erst in drei bis fünf Jahren, wenn die neue Autobahn Dubrovnik mit dem Norden des Landes verbindet, diese Perlen der kroatischen Adria einen massenhafteren Tauchtourismus erleben werden.